Entzaubert
Zwei Fremde, die sich näher kommen. Eine Wand, die zwischen ihnen zusammenbricht. Und plötzlich sind sie eins.
Am nächsten Morgen ist der Zauber dahin. Die Magie der Nacht – mit dem Schlaf aus den Augen gerieben. Die Dusche tut ihr übriges. Das Seifenwasser wäscht auch den letzten Rest Vertrautheit vom Körper, bis er - in perfekten Kreisen - vom Abfluss geschluckt wird.
Am Frühstückstisch – Stille. Die Temperatur hat den Gefrierpunkt soeben erreicht. Man sucht vergeblich nach dem entzückten Funkeln in den Augen des anderen, nach dem glücklichen Lächeln, nach den zärtlichen Worten. Doch da ist nichts. Nichts – außer der Erinnerung an die Nacht.
Es kann Tage dauern, bis die Erkenntnis einsetzt, dass man sich etwas vorgemacht hat. Dass man damals „total verrückt“ nach dem anderen war, beweist nicht die Intensität der Gefühle. Sondern nur, wie einsam man vorher war.