Zunge vs. Hirn

Veröffentlicht auf von das-gestiefelte-maedchen

Ein Bekannter meinte letztens zu mir, meine Zunge sei schneller als mein Hirn. Womit er leider recht hat. Das Gleiche gilt übrigens auch für meine Finger auf der Tastatur.


Ich kann einfach den Mund nicht halten. Während mein Hirn noch damit beschäftigt ist, Informationen zu verarbeiten, sprudelt es bereits Worte aus meinem Mund – vorlaut, schnippisch, ohne Punkt und Komma. Im Nachhinein wünsche ich mir oft, ich hätte mir auf die Zunge gebissen.


Manchmal bin ich zu forsch, zu direkt – zu ehrlich. Und das ist das Schlimmste. Wenn ich zu viel von mir Preis gebe. Wenn ich mein Gegenüber daran teilhaben lasse, was ich denke, was ich fühle. Wenn ich ihm von meinen Ängsten und meinen Hoffnungen erzähle. Wenn ich meine Träume schildere – ohne darüber nachzudenken, wie der Inhalt meines Traums auf ihn wirken könnte. Wenn ich vergesse, über das Hier und Jetzt hinaus zu denken.  


Im Nachhinein ärgere ich mich tierisch. Hätte ich doch die Klappe gehalten. Hätte ich doch nur einmal mein Hirn benutzt, bevor ich mich lächerlich mache. Aber im Nachhinein ist eben immer zu spät.

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