Das Schicksal der Verliebtheit

Veröffentlicht auf von das-gestiefelte-maedchen

http://us.123rf.com/400wm/400/400/zurijeta/zurijeta1108/zurijeta110800029/10290933-junge-liebespaar-auf-der-bank-im-park.jpgÜberall begegnen wir ihr, in Liedern, Büchern, Filmen, neben uns im Café oder in der Straßenbahn: der Liebe. Wo wir auch hinschauen, werden wir mit verliebten Pärchen und liebenden Ehepaaren konfrontiert. Selbst im Tierreich erwartet uns der vertraute Anblick von der Gemeinschaft zwischen Männchen und Weibchen.


Ist es nicht schön, die Liebe? Tiefe Glückseligkeit, Schmetterlinge im Bauch, innere Zuneigung und jede Menge Erotik. So wird die Liebe in den Texten von Songwritern und Schriftstellern, in Filmen und Romanen beschrieben.


Eine einseitige Darstellung. Wer schon einmal über die erste Phase des Verliebtseins hinausgekommen ist, weiß das. Dann tritt die Routine ein, die die meisten Beziehungen erstickt. Die Partner leben nebeneinander her; eine allgemeine Zuneigung ist noch da, das Verliebtsein jedoch gehört der Vergangenheit an.


Gelangt jede Beziehung früher oder später an einen toten Punkt? Sind Gefühle dazu verdammt, mit der Zeit im Sande zu verlaufen? Wo ist der goldene Kompass, der den Weg zur rettenden Oase w eist? Sind wir alle dazu verdammt, mit dem Fortschreiten einer Beziehung das Kribbeln im Bauch ein für allemal zu begraben? Ist Polygamie der rettende Ausweg? Oder sollen wir ein Leben lang alle paar Monate den Partner wechseln, um die aufregende erste Zeit des Verliebtseins ein aufs andere Mal erneut zu erleben?


Aber damit würde doch jede Beziehung allein auf Egoismus gründen, oder etwa nicht?

 

Wir lieben unseren Partner nicht seiner selbst willen, sondern immer nur, weil er uns gewisse Bedürfnisse und Wünsche erfüllt. Wenn unser Partner diese Wünsche nicht mehr erfüllt, sei es, weil er nicht will oder äußere Einflüsse es nicht erlauben, dann verwandelt sich unsere einstige Liebe in Enttäuschung, Hass, Gleichgültigkeit.


Bedingungslose Liebe ist damit ein Mythos, den Dichter und Filmemacher erfunden haben. Sie existiert gar nicht. Wir Normalsterblichen erwarten immer etwas, stellen immer Bedingungen an unsere Zuneigung zum anderen.


Liebe auf immer und ewig? Nichts als ein schönes Märchen.  


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