Schoko-Pudding ist keine Schokolade!
Ich bin clean. Am Freitag, den 24. Februar um 15:05 Uhr war das Schlimmste schließlich ausgestanden. Bis dahin habe ich unter zwei Rückfällen gelitten und musste wieder von vorne anfangen: 72 Stunden ohne Schokolade.
Während des Entzugs habe ich unter den typischen Symptomen gelitten: Eine innere Unruhe hatte mich befallen. Meine Hände zitterten unaufhörlich, schweißnass von der Anstrengung des Verzichts. Ängste kamen in mir hoch, und ein Verlangen brannte in mir, das nicht von dieser Welt sein kann. (Gut, ich übertreibe ein wenig. Aber Melodramatik ist manchmal einfach so schön – dramatisch!)
Nun ist es geschafft. Mein Körper ist entgiftet. Nach so einem Entzug folgt gewöhnlich die eigentliche Therapie, die Entwöhnung. Die Entwöhnungsbehandlung ist sehr wichtig, um die Schoko-Abhängigkeit therapeutisch aufzuarbeiten und zukünftigen Rückfallen vorzubeugen. Jedenfalls heißt es so in den zahlreichen Beratungsforen.
Daher habe ich mir nun vorgenommen, während der gesamten Fastenzeit (40 Tage!!!) auf Schokolade zu verzichten.
Süßigkeiten sind erlaubt – nur eben keine Schoki.
Als ich Freunden von meinem Entschluss berichtet habe, ist eine kleine Diskussion darüber ausgebrochen, was nun eigentlich alles unter Schokolade fällt. Was ist mit Schokokuchen, -muffins und –plätzchen? Und wie sieht das mit Kakao und Pudding aus? Schokokuchen und Kakao mag ich sowieso nicht besonders gerne. Schokomuffins und Brownies ebenfalls nicht – ich bevorzuge Blaubeer-Muffins. Aber Plätzchen und Pudding? Schließlich habe ich mir überlegt, dass Schokopudding keine Schokolade ist. Im Doppeldecker von Müller ist laut Verpackungsaufschrift nämlich gar keine richtige Schokolade drin! Das einzige Schokoladige ist hier „fettarmer Kakao“. Ferner sind lediglich Magermilch, Zucker, Schlagsahne, Wasser, modifizierte Stärke, Stabilisator Natriumphosphate … (ich glaube, euch ist der springende Punkt klar geworden, oder?) enthalten. Also: Schokopudding ist keine Schokolade und darf daher auch in der Fastenzeit gelöffelt werden!
Gestern habe ich meine Freundin M. gefragt, worauf sie denn während der Fastenzeit verzichtet. Mit zaghafter Stimme verriet sie es mir: Facebook!