Dog-Sitting
Er scheißt, er jammert, und er fällt im Schlaf den halben brasilianischen Urwald. Ich spreche von Laika Wonderdog. Laika ist nicht meine neue Freundin. Laika ist nicht mal eine Sie, obwohl es ein Mädchenname ist. Laika ist der Hund meines Professors, ein Jack Russel Terrier, und ein nicht besonders hübscher dazu. Und Laika heißt Laika, weil mein Prof ein leidenschaftlicher Science Fiction-Fan ist und seinen Hund mit dem Namen des ersten Lebewesens ehren wollte, das ins All geschickt wurde.
Dieses Wochenende darf ich den Dog-Babysitter spielen. Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht, was mich dabei geritten hat, seiner Bitte auf seinen Hund aufzupassen, nachzugeben. Wahrscheinlich die Aussicht auf das kleine Bücherregal im Apartment meines Professors.

Laika ist ein typischer Hund: Er stinkt nach Hund, er verliert überall seine weißen Haare und bettelt unentwegt: Leckerli, Spielen, Leckerli, Kraulen, Leckerli, Gassi gehen. Wobei Letzteres eine wahre Herausforderung ist. Alles muss beschnuppert werden: Pflastersteine, Hauswände, Blumentöpfe, Bäume, Beete und Laternen. Oh, wie herrlich muss es doch in der Hundewelt sein: Überall diese aufregenden und unwiderstehlichen Düfte. Dem Instinkt folgend, muss dabei natürlich das eigene Revier hartnäckig markiert werden. An jeder möglichen und unmöglichen Ecke hebt Laika sein kurzes Stummelbeinchen um seinen wahrhaft männlichen Duft zu versprühen. Das Problem: Irgendwann ist die Blase einfach leergepinkelt, da hilft auch ein starker Wille nicht. Das kleine Kerlchen, stur wie ein Ziegenbock, hebt immer wieder hartnäckig sein Beinchen. Leer. Und dann guckt er einen mit diesen traurigen Hundeaugen an. Störrischer, dummer Hund.
Nach über sieben Stunden Babysitting weiß ich nun auch wieder, warum ich Hunde nicht besonders gut leiden kann. Sie sind wie kleine Kinder: Erst wollen sie spielen, dann herumturnen und ständig beanspruchen sie deine Aufmerksamkeit. Andernfalls wird geschrien.
Ich weiß nicht, was schlimmer ist: der Hund, der sich alle zwei Minuten laut schmatzend zwischen seinen Hinterläufen leckt, oder die Männer, die einem mitten auf der Fußgängerzone entgegenkommen und sich selbstbewusst an den Eiern kratzen. Und dabei glauben sie wahrscheinlich noch, dass wir Frauen das nicht merken. Oder das sogar männlich finden. Die Wahrheit ist, liebe Männer, keine Frau findet Männer mit der Hand in der Hose erotisch!