Es muss nicht immer perfekt sein

Veröffentlicht auf von das-gestiefelte-maedchen

http://us.cdn4.123rf.com/168nwm/vladitto/vladitto1102/vladitto110200189/8826894-modernes-glas-silhouetten-der-wolkenkratzer-in-der-nacht.jpgWenn es um Männer geht, dann weiß ich genau, was ich will: den Besten, Schönsten, Aufregendsten, Erfolgreichsten. Dabei erwarte ich nichts Geringeres, als dass mir ein Mann die Sterne vom Himmel holt - oder wenigstens zu einem gemeinsamen Wochenende in einem sündhaft teuren Hotel in Paris einlädt.  Ein Kerl, der nicht regelmäßig mein Ego mit originellen Komplimenten salbt, den Alltag mit außergewöhnlichen Liebesbeweisen spickt, und mich wortwörtlich auf Händen trägt, der findet vor meinen strengen Augen keine Gnade.

 

Im Grunde spricht ja nichts dagegen, anspruchsvoll zu sein. Ich glaube, ein gewisses Maß an Bewunderung und der ein oder andere tatkräftige Liebesbeweis gehören einfach zu einer gelungenen Beziehung dazu. Dabei darf es ruhig etwas mehr als ein kostengünstiges „Ich liebe dich“ sein. Andererseits: Wenn ich weiterhin an meinem Mr. Perfect festhalte, trage ich möglicherweise eher künstliches Gebiss und Gehstock, als an eines jener seltenen Prachtexemplare zu kommen, die mir vorschweben. Hinzu kommt, dass zu viel Anspruchsdenken unglücklich macht. Der Beweis: Seit Jahrhunderten halten Menschen an der romantischen Idee fest, dass es die eine große Liebe gibt – und sind unglücklich! Schauen wir den Tatsachen ins Gesicht: Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der ersten 80 Lebensjahre unter sieben Milliarden Menschen den persönlichen Mr. Perfect zu finden, ist verschwindend gering.

 

Wir erwarten das Unmögliche von uns, von unserem Partner und von der Liebe: Wir erwarten Perfektion! Weil es die aber nicht gibt, halten wir den Partner, den wir womöglich gerade haben, fest und suchen heimlich weiter. Diese ständige Sucherei nach der großen Liebe schlaucht und kann nicht glücklich machen.


Vielleicht sollte ich aufhören, ständig zu suchen, in der Erwartung, es könnte noch etwas Besseres kommen. Vielleicht sollte ich mich ab und zu auch mal mit Wunderkerzen begnügen, statt jedes Mal auf ein Feuerwerk der Gefühle zu bestehen. Und wer weiß: Vielleicht habe ich den Besten ja schon gefunden!?

Werbung
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post