Sucht!

Veröffentlicht auf von das-gestiefelte-maedchen

Es gibt sie wirklich. Die Schoko-Sucht. Nicht-Schokosüchtige mögen jetzt schmunzeln und diesen Satz mit einem abschätzigen Blick abtun. Wisst ihr was? Ihr habt keine Ahnung! Ich schon.

 

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Denn ich bin eine Süchtige. Ich leide unter Schoko-Sucht. Täglich greife ich zur Schokolade. Nicht nur ein Riegel. Gleich mehrere. Oder eine ganze Tafel. Egal ob 100 oder 200 g. Das Wissen, dass ich mich danach schlecht fühlen werde – physisch wie psychisch – kann mich nicht daran hindern, alles aufzuessen.

 

Der erste Schritt in Richtung Entzug ist das Erkennen. Ich sehe der Wahrheit ins Auge: Ich bin drogensüchtig! Tatsächlich enthält Scho kolade Substanzen, die auf unser Gehirn so ähnlich wirken wie Haschisch und Morphium. Diese Stoffe heißen Anadamid und Phenylethylamin. Sie kommen zwar nur in sehr geringen Mengen in der Schokolade vor. Mich machen sie jedoch zu einem Opfer der Schoko-Sucht. Um aus dieser Sucht auszusteigen, brauche ich einen genauso eisernen Willen wie andere Süchtige, die sich von Alkohol, Rauchen oder Speed losreißen wollen.

 

 

Warum können wir Menschen nicht mit etwas aufhören, obwohl wir wissen, das es schädlich für uns ist? Das Problem ist, dass wir Gewohnheitstiere sind. Wir haben quasi eine Art Autopilot in uns, der dafür sorgt, dass wir nicht täglich von neuem Essen, Sit zen, Laufen, ja einfach alles, neu erlernen müssen. Sobald unser Unterbewusstsein eine erlernte Handlung für lebenserleichternd oder lebenserhaltend befunden hat, wird diese Handlung im Autopiloten gespeichert. Einmal integriert, kann man so eine Gewohnheit nur schwer wieder loswerden.

 

Das Unterbewusstsein weiß nicht, dass wir auch ohne bestimmte, im Autopiloten abgespeicherte Handlungen überleben. Versuche ich mir nun die Schoko-Sucht abzugewöhnen, wird das Unterbewusstsein alles in seiner Macht stehende tun, um mich daran zu hindern. Denn es weiß, dass ich MIT der täglichen Schoko-Zufuhr überlebe.

 

Jetzt sind Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Nur, wenn ich mich gegenüber dem Unterbewusstsein durchsetze, kann ich es schaffen, von meiner Sucht loszukommen. Dazu reicht es aber nicht aus, nur für kurze Zeit auf Schoko zu verzichten. In diesem Fall reagiert unser Autopilot wie ein großer Dampfer auf dem Meer: Will ich als Kapitän den Kurs ändern, muss ich lange das Steuer in die neue Richtung lenken.

 

In einem Forum zum Thema Schoko-Sucht bin ich nun auf die Lösung gestoßen: 72 Stunden ohne Schoko! Dann habe ich das schlimmste geschafft. Der Countdown läuft. Meine letzte Tafel Schokolade ist 45 Minuten her. 71 Stunden und 15 Minuten liegen also noch vor mir. Wünscht mir Glück!

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