Wie viel Kuscheln unter Freunden ist erlaubt?
Bei meinen Recherchen bin ich auf die unterschiedlichsten Meinungen zu diesem Thema gestoßen. Die einen sehen jeglichen Körperkontakt zwischen Mann und Frau außerhalb einer festen Beziehung als völlig inakzeptabel an. Die anderen finden Umarmungen zur Begrüßung und einen Wangenkuss okay. Wieder andere gehen mit einer sehr lockeren Einstellung an das Thema heran. Ob Schmusen, Massieren oder dem guten Freund durch die Haare Kraulen – das alles sind tolle Gesten, um dem anderen zu zeigen, wie wertvoll einem die Freundschaft ist. Dann wiederum gibt es solche, die behaupten, in der Freundschaft sei alles erlaubt: Von Knuddeln über Zärtlichkeiten austauschen bis hin zu Sex. Der Unterschied zwischen Liebe und Freundschaft besteht dabei allenfalls darin, dass man nicht vom anderen emotional abhängig ist, sondern sich aus einer seelisch stabilen Lage heraus begegnet, sich selbst zu genügen.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass es nicht den einen goldenen Königsweg gibt. Es gibt beim Kuscheln keine Richtlinien, keine klare Grenze, die markiert, ab wann Kuscheln „mehr“ als eine Geste der freundschaftlichen Zuneigung ist.
Wie viel Kuscheln erlaubt ist, das hängt ganz davon ab, wie weit man gehen will.
Steckt einer der beiden Kuschler in einer festen Beziehung, so definiert der Partner bzw. die Partnerin die Grenzen des Körperkontakts mit dem besten Freund bzw. mit der besten Freundin.
Sind beide Kuschler Single, kann getrost so viel geknuddelt und geschmust werden, wie es beiden gefällt. Kritisch wird es erst dann, wenn einer der beiden das Kuscheln anders interpretiert als der andere; wenn sich bei einem der Kuschler Gefühle entwickeln, die über Freundschaft hinaus gehen. Deshalb ist es wichtig, von vornherein die Fronten zu klären, damit es nicht zu unglücklichen Missverständnissen kommt und die Freundschaft am Ende zerbricht.
Generell gilt: Kuscheln ist schön – und noch dazu gesund! So ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Mensch auf Hautkontakt und Berührungen angewiesen ist, und zwar ein Leben lang. Babys und Kleinkinder können sich demnach nur dann optimal entwickeln, wenn sie ausreichend berührt werden. Als Erwachsene können wir einen Mangel an körperlicher Nähe und Wärme zwar eine Zeit lang durch andere Dinge kompensieren. Wer aber länger auf Körperkontakt verzichten muss, der wird seelisch krank.